Wir über uns

Erika Rödde Silvia Flohr

Immer schon hatte ich mir einen Hund gewünscht und dieser Wunsch ging in die verschiedensten Richtungen: Irish Setter, Dackel, es sollte einer mit langem Haar sein. Als wir auf einer Hundeausstellung erstmalig einen Afghanen sahen, der an uns vorüber schwebte, waren Wolfgang und ich von diesem Hund sofort fasziniert, es war Liebe auf den ersten Blick und die hält bis heute, fast ein Leben lang.  

1956 kamen im Frühjahr und Herbst die ersten beiden Rüden in unsere Familie. Dschalbalpur d’el Afghan, der zweite, wurde unser erster Int. Champion. 1960 kam unsere erste Hündin aus dem berühmten Zwinger van de Oranje Manege von Eta Pauptit: Yasmin.  

Wie so viele Anfängerzüchter wollte ich gern einmal das Erlebnis eines Wurfes haben, zumal ich mit Yasmin (Int. & Deutscher Ch., zweimal Bundessiegerin) eine Spitzenhündin mit hervorragender Abstammung besaß. Ihr erster Wurf fiel 1963 nach dem Vollbruder ihrer Mutter Ch. Pepita v.d.O.M., Ch. Wladimir v.d.O.M., aus dem Asoka bei uns blieb. Sie wurde außergewöhnlich erfolgreich: 1964 und 1965 Bundessiegerin, 1965 und 1966 Verbandssiegerin, Deutsche und Int. Ch., einmal in Frankreich BIS. Wir hatten bis dahin nicht daran gedacht, eine Zucht aufzubauen, da aber in den nächsten beiden Würfen (1965 und 1966) ebenfalls Spitzenhunde fielen, gab das einen Ansporn dazu, die Würfel waren endgültig gefallen.  

Somit wurden in unserem Zwinger seit 1963 bis heute 98 Würfe gezüchtet mit dem Ziel: Temperament, Adel und Wesen der Rasse zu erhalten. Dabei waren Substanz, Ausdruck, stolze Haltung und das einzigartige charakteristische Gangwerk dieses Windhundes vorrangiges Zuchtziel, standardgerechte Afghanen, die in der Lage sind, die Arbeit, für die sie in ihrer Heimat gehalten wurden, auch heute noch zu verrichten.

Aus dem Zwinger gingen bis heute 122 Champions hervor. Neben anderen Siegern stellt KATWIGA   

  

4 UICL -  Champions für Schönheit & Rennleistung

7 Deutsche Champions für Schönheit & Leistung

1 Verbandssieger für Schönheit & Leistung

1 DWZRV-Sieger

53 Internationale Champions

95 Deutsche Champions

86 Champions anderer Länder

(Holland, Belgien, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, CSFR, DDR, Polen, Finnland,

Norwegen, Schweden, Dänemark, Kanada)

63 VDH Chmapions

31 Verbandssieger

22 Bundessieger

26 Europasieger

15 UICL – Sieger

4 Weltsieger

1 Internationaler Renn-Champion

1 Bundesrennsieger

2 UICL-Rennsieger

1 Europarennsieger

2 Verbandsrennsieger

1 Derbysieger

Zu Beginn meiner frühesten
kindlichen Wahrnehmung trat ein Afghane in unsere Familie und damit in mein Leben. Ein wunderbarer Weggefährte, der meine Liebe für sich gefangen nahm.
Eine große Freude als nach kurzer Zeit ein 11 Wochen alter Welpe dazu kam. Viele sehr schöne Erinnerungen an unzählige Erlebnisse.

Als Yasmin v.d.Oranje Manege bei uns einzog, und meine Mutter für die Zukunft einen ersten Wurf plante, konnte ich das kaum erwarten. Es war dann eine großartige und beeindruckende Erfahrung, den Wurf ganz nah aufwachsen zu sehen.
Asoka blieb.
Ich verbrachte mit meinen Eltern viel Zeit auf Trainings- und Rennplätzen. Bei Ausstellungen lernte ich eine große Zahl von anderen Kindern und netten Erwachsenen kennen, deren Hunde ich ausnahmslos in meine Arme schloss, egal wie gefährlich sie angeblich sein sollten.

So waren Afghanen das Normalste und Präsenteste, ohne die mein Leben nicht denkbar gewesen wäre.
1966 wurde unser C-Wurf geboren, Cashila blieb bei uns. Eine Hündin, in die ich mich verliebt hatte und die mein Engagement forderte. Sie zeigte mir ihre uneingeschränkte Liebe die ich durch unzählige Spaziergänge festigte. Ein wunderschönes Geschenk war dann der Besitzübertrag auf ihrer Ahnentafel als sie 3 Jahre alt war. Ich hatte meinen ersten eigenen Hund! Cashila kannte fast meine gesamte Welt, ging mit mir durch meine Sturm- und Drang-Zeit.
Als ich aus meinem Elternhaus auszog kam sie natürlich mit, selbst eine möblierte Wohnung während meiner Ausbildung entfernte uns nicht.
Dann kam für mich der Wunsch, einen zweiten Afghanen zu besitzen und mein Traum nach einer black and tan Hündin ging in Erfüllung. Hagia, Cashilas Tochter, bekam von Umra Khan von der Irminsul 3 black and tan Mädchen.

Meine Mutter überließ mir die erste Wahl. Von niemandem geringeren als von Eta Pauptit unterstützt, fiel meine Wahl auf Aglaii. Sie kam im Alter von 9 Monaten zu uns. Großmutter Cashila und sie wurden ein Herz und eine Seele und genossen viel Freiheit in der Umgebung von Wien ,wo wir damals lebten. Beide waren es gewöhnt sehr viel ohne Leine zu laufen und nutzten ihre Freiheit nicht mehr aus, als es meine jungen Nerven ertragen konnten.

In Wien hatten wir eine sehr nette und engagierte Gruppe von Windhundbesitzern kennengelernt, mit denen wir eine kleine Rennbahn in Gumpoldskirchen unterhielten.
Diese Zeit prägte mich. Mein Interesse zu Rennen und Ausstellung zu gehen, was ich in der Vergangenheit weit von mir gewiesen hatte, war geweckt!
1977 wurde meine Tochter Henrika geboren, die Familie hatte jetzt schon 14 Beine! Sebastian bereicherte 1979 unsere Familie.

Das Tief kam im Mai 1978: Cashila starb!
Nicht nur ich, auch Aglaii war tieftraurig, war es schließlich überhaupt nicht gewöhnt ohne Kumpanen zu leben!

Mit zunehmendem Alter gingen meine Gedanken dahin, über kurz oder lang die Zucht zu beenden. Silvia, die inzwischen nach langen Auslandsaufenthalten wieder in Deutschland war, machte mir den Vorschlag einer Zwingergemeinschaft. Da wir über den Typ, den wir züchten wollten, schon immer einer Meinung waren, war ich sehr froh darüber. So ist sie seit 1996 Mitinhaberin des Zwingers, jetzt mit Sitz in Taunusstein.  

Natürlich waren unsere Afghanen immer Familienmitglieder, als solche geliebt und respektiert. Auch wenn wir in vielen Jahren nicht mehr zu Rennen gingen, hatten alle unsere Hunde die Rennlizenz, weil das nach unserer Auffassung einfach dazugehört. Wir hatten auch das Glück, unsere Welpen an Menschen abgeben zu können, die sie liebevoll als Familienmitglieder gehalten haben bzw. halten. Viele von ihnen wurden aktiv, so daß die zahlreichen Titel auf die artgerechte Haltung, Pflege und Vorbereitung zu Ausstellungen, Rennen und heute mehr und mehr Coursing‘s dadurch gewonnen werden konnten. Ihnen allen möchte ich an dieser Stelle herzlich danken.  

Erika Rödde, April 2004

Meine Mutter hatte einen Vorschlag, der zwar das Loch, welches meine Cashila hinterließ, nicht füllen konnte, Aglaii aber schnell tröstete und mich vor eine neue Aufgabe und Herausforderung stellte. Chirin, die 2-jährig bereits mit super Erfolgen ausgestattet war, kam zu mir! Damit begann für mich eine großartige Zeit mit Chirin, die wie nachzulesen, eine überragende Karriere hatte. Über sie wurde einmal geschrieben: "She flashed the exhibiton-sky in a blaze of glory".
Prof. Quarisch schrieb: "Erregte so viel Erfolg den Neid der Götter oder wollten sie auf eine solche Schönheit nicht zu lange warten?" Chririn starb, nach nur einem Wurf, bei einem Autounfall im Oktober 1981.

Der Wille, typische Afghanen zu besitzen, war da. Im Laufe der Jahre kamen Ugarit, Vanquish, Samarah und Harusha. Ich besaß nie einen Afghanen, der meine Liebe und Leidenschaft zu dieser wundervollen Rasse nicht noch größer werden ließ.

Nach 6-jähriger geringer Teilnahme am Ausstellungsgeschehen, die meine Familie (natürlich mit allen Hunden) in Italien verbrachte, kamen wir wieder in relative Katwiga-Nähe. 
 

Mein Wunsch an meine Mutter war, schau bitte, wann der nächste wundervolle Hausgenosse, wenn möglich hervorragende Ausstellungspartner, geboren wird und ziehe ihn bitte für mich auf. Das tat sie! Parwati kam zu mir...  Wieder bereits erfolgreich und ganz mein Herz.

 

Nie wollte ich züchten, ich hatte meine Familie, meine Afghanen und einen für mich faszinierenden Beruf.

Als Erika sich damit beschäftigte, die Zucht in absehbarer Zeit zu beenden, beschloss ich, das Erbe von KATWIGA anzutreten und die Zucht gemeinsam mit meiner Mutter weiterzuführen.

Ich hatte schon lange das Kultur-Erbe dieser besonderen Rasse erkannt.

 

Sicherlich werde ich das riesige Engagement von Erika nicht aufnehmen können und wollen.

Ich werde nie ihrem großen Einsatz und ihrer vielen Verdienste um den DWZRV nachstreben. Ich werde nie so ein wandelndes Afghanenlexikon wie Erika... Aber ich versuche hervorragend typische Afghanen weiter zu züchten!
 

Ich versuche den großen Kreis der Katwiga-Besitzer, der Katwiga-Familie, zu pflegen, zu genießen und zu festigen. Auch das ist ein sehr schön anzutretendes Erbe, so viele Freunde und sehr wichtige Bekannte zu mögen und mit ihnen vertraut zu sein.

 

Heute, 2009, erwarten wir unseren "N"-Wurf.  Der 15. Wurf als Miteigentümerin des Zwingers "von Katwiga".

 

Großer Erfolg, manchmal große Verluste. Die Menschen, deren Anteilnahme ich mich glücklich schätze, wissen wie schön und wie schwer es ist beides miteinander zu leben.

Ich würde gern vielen Afghanen-Liehabern, Kritikern und auch Züchtern meinen Wunsch übermitteln: Lasst diese ursprüngliche Rasse so wie sie war. Macht keine Karikaturen aus diesem lebenstüchtigen Hund. Wir haben es mit einem überbrachten Kulturgut zu tun. Stellen wir uns dieser Verantwortung!

Juni 2009

Silvia Flohr